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14.12.2021

ZVEI: Wachstum deutlich gebremst

Eine Umfrage des ZVEI zeigt, wie stark sich Lieferengpässe und Materialverknappung auf das Jahresergebnis der Elektro- und Digitalindustrie niederschlagen.

2021 war ganz wesentlich gekennzeichnet von Materialknappheit und Problemen in den Logistik-Ketten.

Bild: Pixabay – Pexels

Auch zum Ende des Jahres sehen sich die meisten Unternehmen der deutschen Elektro- und Digitalindustrie mit Materialknappheiten und Lieferengpässen konfrontiert. Das ergab eine Mitgliederbefragung des ZVEI. Dabei hat sich die Lage für viele Unternehmen seit dem Herbst sogar noch weiter verschärft – für ein Drittel sogar deutlich.

Ein rasches Ende der Materialverknappung ist nach wie vor nicht in Sicht: Rund die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet, dass die aktuelle Situation noch bis Mitte des nächsten Jahres anhalten wird. 50 Prozent gehen sogar davon aus, dass die Lage auch danach angespannt bleibt. Grund ist die starke Einbindung der Branche in die internationalen Wertschöpfungsnetzwerke beziehungsweise die große Abhängigkeit von einem reibungslosen internationalen Warenverkehr.

Schwierigkeiten gibt es derzeit laut der Umfrage insbesondere bei der Lieferung von Vorprodukten (41 %). Zur Verschärfung der Situation tragen zudem überzeichnete Bestellungen bei, weil viele Kunden aktuell mehr ordern als benötigt, um sich Produkte auf Lager zu legen. Nicht viel anders sieht es bei den Unternehmen der Elektro- und Digitalindustrie aus: Auch hier sehen sich zwei Drittel dazu gezwungen, mehr zu bestellen, um sich für eine weitere Verknappung zu rüsten.

Um sich langfristig besser vor Engpässen zu schützen, setzen die Firmen zunehmend auf eine Diversifizierung der Lieferketten (69 %). Gleichzeitig wird die Lagerhaltung (65 %) ausgebaut und werden langfristigere Lieferverträge (45 %) abgeschlossen.

Die seit mehreren Monaten bestehenden Lieferschwierigkeiten und Materialengpässe drücken auch auf das Ergebnis der Branche: So wird geschätzt, dass das diesjährige Wachstum ohne Knappheiten und Logistikprobleme um bis zu zehn Prozent hätte höher ausfallen können. Aktuell hinkt die Produktion den Auftragseingängen – sie lagen in den ersten drei Quartalen 2021 um mehr als ein Viertel über Vorjahr – deutlich hinterher. Nichtsdestotrotz hält der ZVEI an seiner Prognose vom Sommer 2021 fest und erwartet für die Produktion in diesem Jahr ein Plus von acht Prozent. Der pandemiebedingte Produktionsrückgang von sechs Prozent im Jahr 2020 könnte in diesem Fall mehr als wettgemacht werden.

Quelle: ZVEI / ZVEH

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